A4: Englisch als lingua franca

Projektleiter: Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Sven Saage
PhD-Stipendiatin: Viktoria Künstler
Studentische Hilskräfte: Uy Minh Trinh, Astrid Möller, Benedikt Heller

Das Englische dient heute in zunehmend vielen Kontexten in Wissenschaft und Wirtschaft als sprach- und kulturübergreifendes Kommunikationsmittel. Die Verwendung des Englischen als einer lingua franca wird dabei durch die immer stärkere Nutzung des Internet als Kommunikationsmedium befördert. Vor diesem Hintergrund muss der Lingua-franca-Gebrauch des Englischen in internet-basierten Kommunikationssituationen als eine kommunikative Kulturtechnik betrachtet werden, die in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts immer wichtiger wird.

Projekt A4Die Kulturtechnik der englischsprachigen Lingua-franca-Kommunikation wird in diesem Teilprojekt vor dem Hintergrund von drei Entwicklungslinien untersucht: (1) der Ausprägung einer neuen (möglicherweise reduzierten) Form des Englischen als interkulturellem Verständigungsmittel in Wissenschaft und Wirtschaft; (2) der Überformung der lingua franca durch die medialen Bedingungen des Internet; (3) der Entwicklung von Ressourcen und Methoden, die die moderne Korpuslinguistik für eine empirische Analyse der Lingua-franca-Kommunikation bereitstellt. Auf der Grundlage von web-basierten Korpora wird der Prozess der Lingua-franca-Kommunikation auf der Ebene phraseologischer Routinen, die durchaus auch als kulturelle Routinen aufgefasst werden können, charakterisiert. Das Teilprojekt verfolgt zwei Ziele: (1) die Phraseologie des Englischen als lingua franca in der Wissenschafts- und Wirtschaftskommunikation im Internet soll korpusbasiert beschrieben werden; (2) die Befunde zur Lingua-franca-Phraseologie sollen aus verschiedenen Perspektiven bewertet werden (z. B. im Hinblick auf Abweichungen vom Muttersprachengebrauch, ihre inhärente konzeptionelle Schriftlichkeit/Mündlichkeit, systematische Reduktionen in der Lexikogrammatik, fremdsprachendidaktische Implikationen). Zu diesem Zweck sollen geeignete WWW-basierte Korpora kompiliert, annotiert, quantitativ und qualitativ im Hinblick auf phraseologische Routinen (z. B. Kollokationen, lexical bundles) analysiert und mit muttersprachlichen Vergleichsdaten (z. B. aus dem British National Corpus) verglichen werden.

Promotionsprojekt im Rahmen des Teilprojektes:

  • Viktoria Künstler: “English as a Lingua Franca in global and local contexts: Attitudes and Acceptance“
  • Sven Saage: “Englisch als lingua franca in der Wissenschaftskommunikation – eine empirische Studie auf der Grundlage WWW-basierter Korpora”

Arbeitsprogramm:
Arbeitspaket 1:
Kompilation von zwei WWW-basierten Korpora zur Wirtschafts- und Wissenschaftskommunikation mit verschiedenen web genres (v.a. Internet-Foren zur Fachkommunikation, E-Mail-Korrespondenz, Homepages von Fachinstitutionen, Fachaufsätze); Annotation des Korpus (v.a. structural mark-up, parts-of-speech tagging mit CLAWS)
Arbeitspaket 2:
Lexikogrammatische Analyse der Korpora: Wortschatz und keywords, lexical bundles, Kollokationen, Verbkomplementation, particle verbs; quantitativ-statistischer Vergleich der Befunde: Wissenschaftskorpus vs. Wirtschaftskorpus vs. muttersprachliche Vergleichsdaten
LOEWE KugelnArbeitspaket 3:
Auswertung der Ergebnisse, u.a. im Hinblick auf die Identifikation eines Lingua-franca-Kerns und die Hypothese der Komplexitätsreduktion
Arbeitspaket 4:
Entwicklung eines Transferkonzepts zur Vermittlung von Lingua-franca-Kompetenzen im Fremdsprachenunterricht (gemeinsam mit beteiligten Didaktikern)