A2: Schreib- und Textroutinen

Projektleiter/in: Prof. Dr. Helmuth Feilke, Prof. Dr. Katrin Lehnen
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. des. Martin Steinseifer
Wissenschaftliche Hilfskraft: Jan Weisberg

rProjekt A2Dieses Teilprojekt untersucht die Struktur und Funktion von Schreib- und Textroutinen als kommunikative Kulturtechniken mit Blick auf ihren Erwerb, ihre didaktische Vermittlung und die darauf bezogene technisch-mediale Modellierung in computergestützten Schreibumgebungen. Den exemplarischen Gegenstandsbereich bilden wissenschaftspropädeutische und wissenschaftliche Schreib- und Textroutinen (z. B. des Referierens im wissenschaftlichen Schreibprozess); Zielgruppen sind SchülerInnen (Oberstufe) und Studierende. Mit Schreib- und Textroutinen stellt das Teilprojekt kommunikative Kulturtechniken in den Mittelpunkt, deren Erwerb zentral ist für die Herausbildung literaler Kompetenzen. Die Ausgangsfrage des übergeordneten Projektverbunds, wie sich kommunikative Kulturtechniken aufgrund unterschiedlicher Medialisierungstendenzen und technischer Innovationen verändern, wird exemplarisch für Darstellungsverfahren und -formate des Argumentierens und Aushandelns untersucht und auf die technisch-mediale Modellierung von Schreib- und Textroutinen in computergestützten Schreibumgebungen bezogen.

Mit der Fokussierung auf Routinen wissenschaftlich-fachlichen Darstellens und Argumentierens leistet das Teilprojekt einen Beitrag zur Untersuchung solcher Kulturtechniken, deren Aneignung unabdingbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe in einer stark schriftbasierten Wissensgesellschaft ist. Die bereichsübergreifende Vernetzung des Teilprojekts wird sich auf folgende Probleme beziehen: Textroutinen in komplementären Genres (z. B. narrative Texte, Wahltexte, didaktische Texte); Textroutinenwandel bei der Medialisierung narrativer Genres, konzeptionell schriftliche Kompetenzen und elektronisch vermittelte Interaktion, didaktische Modellierung von Vermittlungsprozessen in elektronischen Lernumgebungen; Optionen zur Auflösung des Paradoxons von Routinenselektion und Innovationserwartungen im Schreiben.

Das Teilprojekt intendiert die empirisch gestützte Entwicklung von Ansätzen einer linguistisch orientierten Theorie und Didaktik von Schreib- und Textroutinen. Ziel ist es, anhand korpusbasierter Analysen ausgewählte Schreib- und Textroutinen für computergestützte Schreibumgebungen exemplarisch zu modellieren und ihre Anwendung in aufgabenorientierten Lernarrangements zu erproben und zu evaluieren. Der Fokus soll liegen auf Routinen für:
a) textvergleichendes Referieren,
b) Themenexposition und Gliederungsroutinen und
c) Konstruktion und Modellierung von Kontroversen.
Der methodische Zugang des Teilprojekts ist qualitativ und stützt sich u.a. auf die Analyse bestehender longitudinaler und fachkontrastiver Korpora zum wissenschaftlich-argumentativen Schreiben. Die Anwendung wird mit Verfahren des Usability Testing erprobt und evaluiert.

Arbeitsprogramm:
Arbeitspaket 1:
Sichtung und Synthese bestehender Forschungsansätze unter dem Gesichtspunkt von Schreib- und Textroutinen –> Beschreibungsinstrumentarium für Schreib- und Textroutinen
Arbeitspaket 2:
Analyse bestehender Schreibumgebungen unter dem Gesichtspunkt der Integration von Schreib- und Textroutinen –> Identifikation von best practice-Beispielen
LOEWE KugelnArbeitspaket 3:
Empirische Analyse von Korpora zum wissenschaftlich-argumentativen Schreiben –> Beschreibungsinstrumentarium für Schreib- und Textroutinen, Auswahl von Routinen für Modellierung
Arbeitspaket 4:
Exemplarische Modellierung und Implementation in Schreibumgebung