60 Jahre Herder-Institut Marburg

04.05.2010 | Erstellt von: rleitenstern | Kategorie: Weiteres

Das Herder-Institut Marburg, Projektpartner und Mitantragssteller des LOEWE-Schwerpukts „Kulturtechniken und ihre Medialisierung“, feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. 1950 in Marburg gegründet, ist das Herder-Institut eine der bedeutendsten Einrichtungen der historischen Ostmitteleuropa-Forschung in Deutschland. Den Auftakt der Jubiläumsfeier, die am 22. und 23. April in Marburg stattfand, bildete die Eröffnung der Ausstellung “60 Jahre – 60 Momente”, die noch bis 2. Juli in den Räumen des Herder-Instituts zu sehen sein wird. Im Anschluss daran fand im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses ein Festakt mit 300 geladenen Gästen aus dem In- und Ausland statt.

Höhepunkt der Veranstaltung war die erste Hans-Lemberg-Vorlesung, mit der der jüngst verstorbene Marburger Osteuropa-Historiker gewürdigt wird. Als langjähriges Vorstandsmitglied des Herder-Instituts hatte Prof. Lemberg großen Anteil an dessen Entwicklung. Mit Prof. Mit Włodzimierz Borodziej, konnte einer der profiliertesten polnischen Zeithistoriker als Festredner gewonnen werden. In seinem Vortrag sprach er über „Polen und Deutschland nach dem Gedenkjahr 2009“. Borodziej nahm bewusst die transnationale Perspektive des Herder-Instituts auf und thematisierte nicht nur die deutsch-polnischen Beziehungen, sondern unternahm eine kritische Sichtung von Geschichtsbildern der jüngeren Vergangenheit in Deutschland, Polen, Russland und der Ukraine.

Im Anschluss an den Festvortrag erfolgte die feierliche Unterzeichnung eines Vertrages, mit dem Prof. Borodziej und die Witwe Hans Lembergs, Frau Dr. Margret Lemberg, es dem Herder-Institut ermöglichen, eine bedeutende Edition polnischer Quellen zu digitalisieren und über das Internet einer weltweiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Quellen schildern das Schicksal der Deutschen jenseits der Oder-Neisse-Linie von 1945 bis 1950 und wurden von Włodzimierz Borodziej und Hans Lemberg herausgegeben.

Zur Pressemitteilung des Herder-Instituts Marburg

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